| 152 / I V1 "DM-ZYA" |
Die V1 war die erste für die Flugerprobung vorgesehene Maschine.
Anfang
1957
Die Entwurfsunterlagen werden
bestätigt und eine im Maßstab 1:1 erstellte Holzattrappe gefertigt./50/
Das erste Metall für
die Maschine wird zugeschnitten./159/
Die Montage der ersten Teile
beginnt Mitte 1957./50/
Da absehbar ist, daß
die Pirna-014 -Triebwerke nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen würden
und die
neue Maschine nicht auch
noch mit neuen Triebwerken erprobt werden sollte, entschließt
man sich, die V1 mit vier
russischen RD-9B -Triebwerken und Nachbrenner auszustatten./204/
20.
Februar 1958
Die noch im Bau befindliche
erste 152 V1 wird in das Zivilluftfahrtregister der DDR mit dem seit 1956
verwendeten Landeskenner "DM" und der Registrierung "ZYA" eingetragen /73/.
April
1958
Die Einzelkomponenten wie
Tragflächen, Heckleitwerk, Triebwerksgondeln und Fahrwerk werden mit
der Zelle verbunden /50/.
Bild
1
30.
April 1958
Die Maschine kurz vor dem
Roll-out.
Zu diesem Zeitpunkt waren
die Triebwerke noch nicht eingebaut und der Gesamtfertigungsstand
erlaubte noch lange keine
Boden- geschweige denn Flugerprobung./50/
Um die verordneten Termine
zu halten, wurde der Bauzustand "hallenfertig" erfunden./161/
Zweifellos ist das Roll-out
eines neuen Flugzeugtypen ein großes Ereignis.
So wurde auch die öffentliche
Vorstellung der ersten "152" zum großen Medienereignis.
Bild
2
September
1958
Überführung der
V1 zur Bodenerprobung von der Halle 22 (später 222) zur Einflughalle
35 (später 285)
Auf dem Bild offenbart sich
ein
Nachteil des verwendeten Tandemfahrwerks mit seiner großen Spurbreite:
Das rechte Stützrad
läuft außerhalb des Rollweges.
Der Vorteil der "152", auch
kleinere Plätze nach ICAO-Kategorie D (1500...1800 m Länge) mit
geringer Bahnbreite anzufliegen,
wurde so eingeschränkt.
U.a. deshalb wurde die zweite
Generation der "152" mit einem normalen Dreipunktfahrwerk versehen (siehe
ab V 4).
Der Fotograf macht die Aufnahme
vom Dach der Einflughalle.
Die Abzweigung in der Mitte
ist der Rollweg zur Intersection "Hotel" und oben geht der Rollweg in die
SLB (Richtung 22) über.
Bild3
23.
November 1958
Beschleunigungsversuche
bis 160 km/h /204/
28.
November 1958
Die Prüfstelle für
Luftfahrtgerät stellt der V1 die Unbedenklichkeitsbescheinigung zur
Aufnahme der Flugerprobung aus /204/
Bild
4
152/I V1 "DM-ZYA" bei einer
Rollprobe
Für den 30. November 1958 sind Beschleunigungsversuche angesetzt. /204/
03.
Dezember 1958
Letzte Beschleunigungsversuche,
dabei hebt die Maschine ein erstes Mal kurz ab./553/
Nach den Beschleunigungsversuchen
kann eingeschätzt werden, daß sich das Flugzeug mit dem vorgesehenem
Startgewicht von 36 t
bei 1250 m Rollstrecke auf
mehr als 245 km/h projektierte Abhebegeschwindigkeit beschleunigen läßt./204/
Der erste Flug mußte
noch nach Sichtflugregeln durchgeführt werden, da noch nicht alle
Navigations- und Funkanlagen vollständig betriebsbereit waren./204/
Die Horizontalsicht betrug
etwa 6 km./501/
Bild
5
04.
Dezember 1958, ca.10:30 Uhr
Szene mit Flughafenfeuerwehr.
Die rechts im Bild angeschnittene
Super-Aero "DM-ZZE", war als "Wetterflugzeug" eingesetzt.
Die Enteisungsanlage der
"152" konnte vor dem Erstflug nicht überprüft werden,
deshalb startete unmittelbar
vorher die Super-Aero um eine ausreichende Sicherheit bezüglich der
Wetterlage im zu durchfliegenden Gebiet zu geben./204/
Bild
6
Super-Aero "DM-ZZE" beim
Wetterflug
Bild
7
04.
Dezember 1958, ca.11 Uhr
152/I V1 "DM-ZYA" beim Fertigmachen
zum Start.
Der Zugang zur Maschine
war durch Personen-Sperrgürtel gesichert.
Bild
8
04.
Dezember 1958, 11:18 Uhr
Die erste "152" beim Start
zum Erstflug.
Das rechte Stützfahrwerk
hängt in der Luft, das linke ist durch die aufzufangende Last etwas
eingefedert.
Bild
9
Das Abheben des Flugzeugs
wurde unterstützt durch das Einsenken des Hauptfahrwerks bei Erreichen
der Rotationsgeschwindigkeit.
Dies hatte eine Erhöhung
des Anstellwinkels zur Folge und der Abhebevorgang geschah quasi automatisch.
Bild
10
Die erste "152" beim Überflug
des Platzes.
Geflogen wurde eine Platzrunde
in der erweiterten Flughafenzone./501/
Zu erkennen sind die gemäß
Flugprogramm ausgefahrenen Klappen und Fahrwerk.
Durch Strahlungsnebel auftretende
schlechte Sicht zwang zunächst zu zwei Probeanflügen.
Beim dritten Anflug konnte
die Besatzung zur Landung übergehen./553/
Dabei bemerkte Chefpilot
Karl Treuter, der sich als Beobachter in der Nähe der SLB postiert
hatte,
daß sich die Maschine
zu weit links (in Flugrichtung gesehen) von der Runway befand (Richtung
Halle 285).
Er gab dies per Funk an
die Besatzung durch und Pilot Lehmann mußte noch im Endanflug
eine starke Korrektur nach
rechts einleiten./501/
Bild
11
04.
Dezember 1958, 11:53 Uhr
152/I V 1 "DM-ZYA" ist soeben
gelandet.
Durch den Bremsvorgang aufgwirbelter
Staub, verursacht vom Hauptfahrwerk, ist kurz hinter dem Rumpf zu erkennen.
Bremshilfen wie Schubumkehr
oder Bremsfallschirm gab es noch nicht.
Bild
12
Die Zulassung zu diesem Flug wird dann auch erteilt, aber der Zeitpunkt zugunsten einer am 04.März um 15:00 Uhr beginnenden Großveranstaltung am Leuschner-Platz im Leipziger Stadtzentrum geändert./159/
04.
März 1959, Mittwoch
Zwei Flüge sollen nunmehr
an diesem Tag stattfinden. Der Erste vermutlich der o.g. Sicherheitsflug
und ein zweiter Flug nach Leipzig.
Flug
mit der Besatzung:
Willi Lehmann (Pilot)
Kurt Bemme (Copilot)
Paul Heerling (Bordingenieur)
Georg Eismann (Flugversuchsingenieur)
Bild
13
04.
März 1959, 12:55 Uhr
152/I V1 "DM-ZYA" beim Eindrehen
zum Start auf der SLB 22.
Bild
14
04.
März 1959, 12:56 Uhr
152/I V1 "DM-ZYA" beim Start,
der zweite Flug einer "152" beginnt.
Gegenüber dem Erstflug
gibt es einige Änderungen in der Bemalung:
Das Rufzeichen ist im hinteren
Rumpfdrittel, die Nationalfarben auf dem Seitenruder angebracht,
die zusätzlich mit
"DDR" untersetzt sind, die damals übliche Kennzeichnungsvariante an
Verkehrsflugzeugen der DDR.
Vermutlich wollte man der
Öffentlichkeit demonstrieren, daß man bereits mit Serienmaschinen
fliegt, zumindest aber schon in einer fortgeschrittenen Flugerprobung ist.
Bild
15
Bild
16
04.
März 1959, 12:56 Uhr
152/I V 1 "DM-ZYA" kurz
nach dem Start, das Fahrwerk wird eingefahren.
Bild
17
04.
März 1959, ca. 13:10 Uhr
152/I V1 "DM-ZYA" beim Überfliegen
des Platzes.
Es ist der einzige Flug
einer "152" mit eingefahrenem Fahrwerk und Klappen und eines der letzten
Fotos der Maschine.
Der Flug sollte weiter in
Richtung Leipzig-Pegau gehen, wurde jedoch nach Anweisung der Bodenstelle
verkürzt,
der Anflug auf Dresden-Klotzsche
erfolgte über Pulsnitz.
Ein "film- und fotoreifer"
Überflug des Flugplatzes mit eingefahrenen Klappen und Fahrwerk sollte
den Abschluß bilden...
Bild
18
Auf dem Platz wird die Maschine
erwartet. In der Mitte Brunolf Baade, links von ihm Fritz Freytag.
Die letzte Standortmeldung aus dem Cockpit kam über dem Voreinflugzeichen "Delta November"bei Ottendorf-Okrilla /204/.
04.
März 1959, 13:51 Uhr
152/I V1 "DM-ZYA" stürzt
steil infolge Überziehens des Flugzeugs beim Übergang vom Sink-
in den Horizontalflug ab /204/.
| Am 12.März
1959 wird der
"Bericht über den Absturz des Flugzeuges 152/V1 (Prototyp), Kennzeichen:DM-ZYA am 4.3.1959" von der eingesetzten Untersuchungskommission vorgelegt. Als abschließendes Urteil wird "die wesentliche Ursache des Unfalls in einem Bedienungsfehler" erkannt./58/
|
Bild
19
Bild
20
"Sächsische Zeitung"
vom 06.März 1959
Bild
21
Teil des Grabsteins mit
stilisierter "152" und Inschrift für die Besatzung
Willi Lehmann (Pilot)
Kurt Bemme (Copilot)
Paul Heerling (Bordingenieur)
Georg Eismann (Flugversuchsingenieur)
auf dem Friedhof Dresden-Klotzsche,
Boltenhagener Straße